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 Betreff des Beitrags: Reisebericht - Zweiter Teil
BeitragVerfasst: Do 12. Jun 2008, 13:14 
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Rückkehr

Früh am Morgen, die ersten Strahlen der Sonne waren gerade an den Spitzen der Throalberge zu erahnen, lief eine einsame Gestalt durch die Tore des Zwergenkönigreichs und über die Königsstraße von Märkteburg. Die hochgewachsene Gestalt trug die Uniform eines Soldaten der Luftflotte Throals und ging zielstrebig, aber mit unsicheren Schritten in Richtung Luftschiffhafen.Auffallendes Merkmal an seiner Kleidung waren jedoch die Tücher, die er um sein Gesicht gewickelt hatte und die nur einen schmalen Schlitz für die Augen offen ließen, so daß die wenigen Namensgeber, die sich schon (oder noch?) auf den Straßen aufhielten nicht sagen konnten, ob der Mann eine helle oder dunkle Hautfarbe hatte, da er auch Handschuhe trug.
Einige von ihnen sahen ihm nach, doch niemand hielt ihn auf, so daß er nach einigen Minuten Marsch sein Ziel erreichte: Das Luftschiff "Explorer".
Der junge Zwerg, der die Morgenwache hielt, rief ihn an, als er an Bord kam: "Wer seid ihr?" fragte er. Dann schien er die Uniform zu erkennen und stammelte: "Kapitän? ... Seid ihr das?" "Ich bin es, Palen, ich bin es." antwortete Serdak müde. Früher hätte er sich vermutlich über den Jungen aufgeregt, der seinen Kapitän nicht erkannte, doch seit drei Wochen hatte sich alles geändert. Seit den Anschlag mit "Raggoks Rache" hatte selbst er Mühe, sich wieder zu erkennen. Sein Gesicht, ja sein ganzer Körper war durch ein dichtes Narbengeflecht entstellt und nicht einmal die magischen Heilkräfte der Questoren Garlens haben ihn davor bewahren können.
Er hatte seine Kabine fast erreicht, ohne daß ihn noch jemand bemerkt hätte, als vor ihm die Tür geöffnet wurde und K'salea auf den Gang trat. Nach Valmorians Verrat, der ihn härter getroffen hatte, als alle Wunden, die ihm das Gift zugefügt hatte, war sie zum neuen 1.Offizier befördert worden und in seiner Abwesenheit faktisch der Kapitän des Schiffes.
Sie starrte ihn einen Moment lang an, unfähig etwas zu sagen bevor sie ein lahmes: "Willkommen zurück, Kapitän." herausbrachte.
Er ging an ihr vorbei in seine Kabine, spürte, daß sie ihm nachsah. In der Tür drehte er sich noch einmal um und sagte leise: "Ich möchte euch in zwei Stunden in meiner Kabine sprechen. Bis dahin will ich nicht gestört werden."
Damit schloß er die Tür.

Die Nachricht von der Rückkehr des Kapitäns verbreitete sich in Windeseile unter der Mannschaft und schon beim Frühstück wußte nahezu jeder Bescheid. Man sprach von gräßlichen Entstellungen, die der Kapitän unter den Tüchern verbarg, die von einigen, angeblich vor allem von Hojin, derart widerlich beschrieben wurden, daß so manchen Segler der Appetit verging.
Den ganzen Morgen über hielt die Mannschaft ausschau, doch Serdak zeigte sich nicht.
Pünktlich nach zwei Stunden klopfte K'salea an Serdaks Tür. Sie öffnete die Tür, nach seiner Erlaubnis einzutreten, und starrte die entstellte Gestalt an. Serdak hatte die Tücher von seinem Gesicht genommen. Der Anblick des zerstörten Gesicht ließ sie erstarren, bis es ihr gelang, den Blick abzuwenden.
"Gut das Ihr hier seid." begann Serdak. "Ich wünsche einen ausführlichen Bericht für die Zeit meiner Abwesenheit."
K'salea, die das bereits erwartet hatte, nahm ein paar Schriftrollen aus ihrer Tasche. "Hierin steht alles, was in der Zeit vorgefallen ist."
"Gut. Habt Ihr Euch mit Urupa in Verbindung gesetzt?" "Ja. Sie sagen, wir sollen warten, bis Ihr wieder gesund seid und anschließend die weiteren Stationen anfliegen. Sie überlassen Euch den weiteren Verlauf der Reise." Serdak lächelte, ein Anblick, bei der der T'skrang beinahe schlecht wurde. "Wir werden noch einige Tage hier bleiben. Ich wünsche, daß Informationen eingeholt werden, wo wir möglicherweise vergessene Kaers finden können. Schickt jemanden in die Bibliothek."
Wenig später hatte sie Xono den Auftrag überbracht.

Eine gute Woche später kam die Botschaft, die sämtliche Pläne über den Haufen warf.
Serdak zerbrach das Siegel, das die Botschaft als die von Omasu, dem Besitzer der Überlandhandelsgesellschaft, die diese Reise finanzierte, kennzeichnete und las:
Zitat:
Von: Omasu
An: Tomaso Serdak, Kapitän der Explorer

Mein lieber Serdak,
ich bin erfreut, daß es Euch langsam wieder besser geht.
Für die weitere Reise gibt es eine bedeutsame Änderung, so habe ich eine Vereinbarung mit einer bedeutsamen Persönlichkeit getroffen, der Euch bittet, an seiner statt einige Orte in den Throal- und Caucaviabergen zu untersuchen. Einer seiner Mitarbeiter ist auf den Weg nach Throal und wird sich in Kürze mit Euch in Verbindung setzen.
Diese Persönlichkeit hat in der Tat großen Einfluß und bietet an, sämtliche Fundstücke, außer jenen, die er sucht, der Gesellschaft zu überlassen und so wünsche ich, daß diese Reise sich in seine Dienste stellt.

In Harmonie
Omasu


Er erreichte Märkteburg am frühen Morgen und betrachtete vom Deck des Luftschiffes die schneebedeckten Gipfel der Throalberge. Der Winter stand vor der Tür und es würde nur noch wenige Wochen oder Tage dauern, bis er auch die Ebene erreichen würde. Obwohl es bereits empfindlich kühl war, war es nicht die Kälte, die ihn frösteln ließ, sondern das, was sich möglicherweise in diesen Bergen verbarg.
Er hoffte, daß sich sein Meister irrte, doch er bezweifelte es. Mit etwas Glück waren es nur die Diener des Unaussprechlichen, dem einzigen, den selbst sein Meister fürchtete.
Mit dem Wind kamen die ersten vereinzelten Schneeflocken in die Ebene und tanzten um ihn herum. Für einen winzigen Augenblick glaubte er, seinen Namen im Wind flüstern zu hören.
Er schüttelte den Kopf und verdrängte seine Furcht. Er hatte einen Auftrag zu erfüllen, den er gewohnt zuverlässig ausführen würde. Jetzt war keine Zeit für Furcht!
Viel zuversichtlicher ging er von Bord.

Einige Minuten später erreichte ein von der Witterung der Wildnis gezeichneter Mensch den "Jonglierenden Finsterrochen". Zu dieser Uhrzeit war das besonders bei Abenteurern beliebte Gasthaus noch fast völlig leer. Lediglich ein Zwerg mittleren Alters, seiner Ausrüstung, die neben seinem Platz stand, nach zu urteilen, womöglich ein Krieger, saß bereits beim Frühstück.
Der Mann ging zum übermüdeten Trollwirt und bestellte leise ein Zimmer, sowie eine kleine Mahlzeit. Der Troll, ein ehemaliger Abenteurer, der im Kampf gegen eine der zahlreichen Kreaturen seinen linken Fuß verloren hatte und nun eine Holzprotese trug, nickte und humpelte in die Küche, während sich der Mann in einer der Ecken niederließ.

Eine halbe Stunde später kam die Person, die er hier treffen wollte. Die T'skrang bestellte ein Frühstück und setzte sich an einen Tisch, den Neuankömmling kaum beachtend. Vielleicht dachte sie gerade zum wiederholten Male an die Ereignisse, die nur wenige Wochen zuvor hier in diesen Räumen stattgefunden haben, als der erste Offizier des Schiffes, ihr Vorgänger, hier seinen Tod vorgetäuscht hatte, um ganz im Sinne seiner Passion Raggok Rache an der gesamten Mannschaft und der Abenteurergruppe im besonderen zu nehmen.
Er erhob sich und ging zu ihr herüber.
"Lady K'salea? Ich bin eingetroffen." sagte er.
Sie sah auf. "Was können wir für euch tun?"
"Ich bin mit der Bitte hierhergekommen, daß Sie für mich einige Orte aufsuchen, an denen ich einen Dämonenkult vermute."
"Dafür wollen Sie unsere Abenteurer nutzen. Um einen Dämonen zu vernichten."
Der Mensch lachte leise auf. "Vernichten? Es wäre zu schön, wenn sie das könnten! Nein. Sie sollen lediglich den Kult schwächen und nach bestimmten Gegenständen ausschau halten."
"Ich bin mir sicher, daß sie den Dämon sofort töten würden, wenn sie ihn treffen." sagte K'salea.
"Und ich bin mir sehr sicher, daß sie dann sterben würden." sagte der Mensch sehr ernst. "In der Vergangenheit haben schon viele Helden versucht, diesen Dämon zu vernichten. Die meisten sind vermutlich bereits an seinen Dienern gescheitert, denn der Dämon selbst hat sich während dieser Plage nicht gezeigt."
"Von was für einen Dämon reden wir gerade?"
"Vom mächtigsten, bekannten Dämon. Verjigorm, dem Jäger der großen Drachen!"

Tage und Wochen vergingen ereignislos. Einige Spuren waren verfolgt worden, jedoch ohne das gewünschte Ergebnis.
Der Winter war mit Macht gekommen und hatte das Luftschiff lange in Throal festgehalten. Heftige Schneestürme in den Bergen hatten einen Flug dorthin verhindert.
Der Winter ging nun zu Ende und die Besatzung machte sich bereit, das Winterlager abzubrechen.
Kra'Teong hatte an diesem Nachmittag eine letzte längere Wanderung durch die nahen Wälder und zu dem kleinen Waldsee, mit dem kalten, klaren Wasser unternommen. Morgen würde er wieder auf einer langen Luftschiffreise sein und er spürte die Vorfreude auf den Flug.
Er hatte sich ein wenig verspätet und so war es bereits dunkel, als er durch den Wald lief. Er kannte den Weg gut, war ihn in den letzten Wochen mehrfach gegangen und konnte daher auf ein Licht verzichten, plötzlich hielt er inne. Sprach dort jemand? Für einen Moment blieb er still und lauschte. Ja, da waren Stimmen! Jedoch konnte er nichts verstehen.
Neugierig, wie er nun einmal war, schlich er vorsichtig in Richtung der Stimmen. In ihrer Nähe war der Wald noch viel stiller, als sonst.
Ein leise, dröhnende Stimme sagte gerade: "...Rätsel. Anscheinend ist es jemanden gelungen, Uns zu täuschen."
"Aber wer würde so etwas wagen, Meister?" fragte eine zweite, deutlich leisere Stimme.
Vorsichtig näherte sich Kra'Teong durch die Büsche, um einen Blick auf die sprechenden zu werfen. Was er sah, ließ ihn inne halten.
Auf eine Lichtung stand der Mann, der sich ihm als Dunkelzahn vorgestellt hatte und sprach mit der dunklen Silhouette eines großen Drachen!
"Es gibt ein paar verwegene, wie du weißt. Dem Kult des Jägers ist zuzutrauen, daß er Uns falsche Spuren gelegt hat. Oder es war jemand anderes. Du hast gut daran getan, einige Abenteurer zu verpflichten, die auch im Winter reisen." sagte der Drache. "Doch auch sie haben nichts herausgefunden. Andere haben in meinen Auftrag andere Orte überprüft, aber auch dort haben sie die Skulptur nicht gefunden. Du wirst beide Augen offenhalten müssen, auf deiner Reise. Du weißt, wie wichtig der Auftrag ist."
"Ja natürlich, Meister." sagte der Mensch. "Habt Ihr weitere Instruktionen?"
"Etwa vier Tagesmärsche nördlich von hier liegt ein Dorf am Rande der Berge. Überprüfe es auf dem Weg - oder laß es von den Abenteurern des Schiffes überprüfen. Helfe ihnen, wenn es nötig sein sollte. Wenn ihr sie dort nicht findet, reist beliebig weiter und haltet die Augen offen. erstatte mir regelmäßig Bericht.Geh jetzt!"
Der Mensch nickte und wandte sich zum gehen.
Auch Kra'Teong schlich eiligst fort. Er wußte nicht wirklich, was er mit dem gehörten anfangen sollte.
Er war bereits ein gutes Stück fort, als der Drache seinem Diener noch ein paar Abschiedsworte übermittelte: "Der T'skrang ist fort."
"Ich weiß, Meister." sagte Dunkelzahn und wanderte zurück zur Stadt.

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 Betreff des Beitrags: Re: Reisebericht - Zweiter Teil
BeitragVerfasst: Do 12. Jun 2008, 13:17 
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Drachengeschichten
Teil1:

Suel, der junge Luftsegler, der sich in seiner freien Zeit fast immer in der Nähe der Helden aufhält und auf neue, spannende Geschichten hofft, sieht fragend zu heimkehrenden Helden:

"Wo wart ihr, meine Herren? Ich habe von einem großen Kampf gehört. Bitte, bitte, erzählt davon!"

"Waas?" - Mit einem leicht gequälten Gesichtsausdruck auf der Minene drehte sich unser alt bekannter und nur bedingt als Standartrecke zu bezeichnender Held herum und kämpfte sichtlich mit Problemen den jungen Suel zu fixieren. Nach einem gescheiterten Versuch seine Schläfen zu massieren setzte der Lord also zum sprechen an:
"Wiso hat den noch niemand davon berichtet. Ich dachte ich könnte erstmal meinen wohlverdienten Rausch bekommen und mich dann daran machen richtig zu stellen, was meine Gefährten hier prinzipiell etwas zu kreativ dargestellt haben. Lasst euch gesagt sein, dass Kra Teong nicht immer so still ist wie hier in der Pinte. Sobald du durch diese wiederliche, grüne Wildnis kriechst fängt der an zu krächzen, als ob er seiner ganzen gefiederten Verwandschaft mitteilen müsste, dass es jetzt wieder zu den Brutplätzen geht. Ich sag euch T'Skrang sind gar keine Echsen, sondern gerupfte Hühner. -
Oh hallo Knirps ich diskutiere gerade deine Abstammung, aber jetzt müssen hier erstmal Tatsachenberichte auf den Tisch. -
Wir saßen also im Finsterrochen und hatten nichts bestimmtes vor, als uns ein gewisser Meister Dunkelzahn (und dunkel waren die Zähne!) anflehte ihm zu helfen. Er hatte eine wertvolle Statue verloren, die jetzt bei einer Horde Dämonenanbeter in den Bergen lag. Ich könnte jetzt noch wortreich ausführen, wie er anbot uns mit Reichtümern für diesen Dienst zu überschütten, wir aber ablehnten und uns nur bescheidene Gaben ausbaten, außerdem bin ich nicht der Mann des langen Wortes, sondern der schnellen Tat und werde also gleich mit der eigentlichen, uns alle interessierenden Geschichte beginnen." - Kchrkachrgh, verdammt WIRT, meine Kehle ist trocken wie Drachenkot, mehr lieblicher, elfischer Südhang, schnell! - "Wir kämpften uns also wieder einmal wacker durch die grüne von Dämonen verseuchte lebensfeindliche Hölle, auf dem Weg so mancher Bestie in die Augen schauend, ein ganzer Schwarm von Bajushis Verwandschaft fiel über uns her. Was aber noch viel schlimmer als alle Gefahren der Natur war, " - hier ging unser Held in einen verschwörerischen Flüsterton über und warf öfter Blicke zu Evelyn und der von einigen für interessant gehaltenen Luftseglerin, deren Namen leider niemand behalten kann - "es mit zwie heißblütigen elfischen Damen aufnehmen. Ich sag euch, da ist selbst ein Recke und Meister des Schwertes wie ich vor eine Herrausforderung gestellt. Glücklicherweise gebiete ich über die unsäglich Disziplin und Selbstbeherrschung, die für solche Dinge nötig ist" - hier versuchte er ein verschmitztes, schmieriges Lächeln leider hatte Teufel Alkohol wieder einmal andere Pläne und unser Angebeteter verlegte sich lieber darauf heldenhaft seinem Mageninhalt Einhalt zu gebieten - "Uh, da 'nen Schluck drauf. Es nützt!
Wir kamen also nach dieser strapaziösen und an den Rand meiner Kräfte gehenden Reise, an dem Tal der Dämonenbrut an. Ohne einen zweiteren Blick wagen zu müssen war mir klar: Die Dämonenanbeter leben in dem Dorf am Talkessel und haben eine alte Miene zweckentfremdet um dort ihre abscheulichen Geisterdienste zu vollführen und Menschen zu opfern. Außerdem gibt es einen Drachen, der von den Schergen korrumpiert wurde und ein Drachenei in der Höhle. Meine Gefährten hatten natürlich nicht dieses umfangreiche Wissen, aber da sie noch nicht die Erfahrung eines jahrhundertelangen Elfenlebens haben, blieb ich still um ihnen ihre eigenen Erfahrungen zu ermöglichen, verlegte mich sozusagen nur darauf achtzugeben, das nichts ernsthaft schlimmes passiert.
Nachdem sie also in den nächsten Stunden ihr Lehrgeld zahlten und unter anderem sogar darauf bestanden den ganzen Mienenkomplex nach der Statue zu durchsuchen, die ja offensichtlich leider nicht da war, drang ich endlich darauf, dass wir diesen bösartigen Dämonendrachen zur Strecke brachten. Das heban wir dann auch getan."

Mit einem Lächeln, das er selbst wohl als überlegen bezeichenen würde, blickte Niam in die Runde auf die etwas verdatterten Gesichter, um schließlich anzuführen: "Was? So war es!
- Mehr über den Kampf? Naja, ich muss schon sagen, dass es nicht so eine einschneidende Erfahrung war, wie der erste Drache, den ich tötete, aber ich habe mich doch gefordert gefühlt."

"Ausnahmsweise" sagte Knirps "hat der selbsternannte Blutlord die Geschichte fast so erzählt, wie sie sich zugetragen hat. Der verdorbte Drache Vestivan ist nun Geschichte. Er war so von einem Astraldämon verdorbt, dass wir uns nicht mal eine Trophäe gegönnt haben. Dieser Lindwurm war wohl zu einem Diener Verjigorms, des Drachenjägers geworden. Wir müssen umbedinkt eine Zeichnung der Fratze anfertigen, die in der Grotte in die Wand gemeißelt war. Aber erst mal" er wandte sich zum Tresen "nehme ich einen Humpen vergorenen Lebertrans!"

Ich glaube nicht das es Vestivan war, falsche Gegend, zu Jung.

Iriitiert sah sich Knirps im Raum um und suchte den Ursprung der Geisterstimme, die er soeben vernommen hatte. Nur murmelnd, um nicht aufzufallen, antwortete er der Halluzination:

"Das sollten wir wohl mit Xono besprechen. Er wird am Besten wissen, wem wir begegnet sind."

Xono ist, wie die meiste Zeit, in der Bibliothek des Schiffes anzutreffen, wo er gerade eine hitzige und leidenschaftliche Debatte mit Globb über bedeutende historische Ereignisse führt.
"Nein, nein, nein, Globb! Es hat nicht geregnet, es war nur bewölkt! Kimo der Windling hätte nicht durch den Regen fliegen können, um in die Festung einzudringen. Windlinge können nicht fliegen, wenn ihre Flügel naß sind!" sagt er gerade, als die anderen eintreffen.
Er sieht zur Tür und fragt: "Nun? Was kann ich denn für euch tun?"

"Windlingsflügel?" denkt Knirps "das ist also die "wichtige philosophische Untersuchung", die Globb davon abhält, uns im Kampf beizustehen." Ein bitterer Zug legt sich über seinen Schnabel, der aber schnell verfliegt, als er vom aufgeregten Suel aus Versehen angeschubst wird.

"Es geht um den verdorbten Wurm, dem wir den Garaus gemacht haben. Wir erwarteten Vestivan anzutreffen, aber das Geschöpf, das wir erlegten - so sagt mir eine innere Stimme - war zu klein und in der falschen Gegend, um dieser Drache zu sein."

Nach einer kurzen Beschreibung des Geschöpfes blickt Knirps Xono erwartungsvoll an.

Geduldig hört sich Xono den Bericht an, wobei sich auf seiner Stirn Falten bilden.
"Der Jäger der großen Drachen..." murmelt er leise vor sich hin, während Knirps erzählt und nimmt ein Buch aus dem Regal.
"Erzähl weiter. Ich höre zu." sagt er, während er im Buch blättert. Der Name "Vestrivan" läßt ihn erneut aufhorchen und zu einem weiteren Buch greifen.
Schließlich sieht er von seinem Büchern auf und die Abenteurer direkt an.
"Es war sicher nicht Vestrivan. Die Gegend ist dabei unwichtig. Ein Drache kann überall auftauchen, wenn er dies möchte. Aber Vestrivan ist ein großer Drache, eines der größten Wesen in dieser Welt. Und er soll ein begnadeter Zauberer sein, der, wie die meisten Großdrachen, mehrere Zauberdisziplinen gemeistert hat. Diese Meisterschaft ist ihm während der Plage wohl zum Verhängnis geworden, als ein astraler Dämon zunächst seine Fähigkeiten und dann nach und nach ihn selbst immer mehr befleckt hat, bis der Dämon ihn kontrollierte.
Das gefährliche an Vestrivan ist, daß er durch diese Verbindung nicht mehr nur ein Drache ist, sondern auch einige Fähigkeiten der Dämonen angenommen haben soll.
Diese Informationen hat Vestrivans Bruder Vasdenjas vor zwei Jahren einem Scholaren der großen Bibliothek von Throal anvertraut, die dieser in einem Buch veröffentlicht hat, so daß die Informationen recht zuverlässig sind.
Doch gegen was habt ihr gekämpft? Der Beschreibung nach würde ich sagen, daß es sich um einen verhältnismäßig jungen Drachen gehandelt hat, den die Kultisten irgendwie gefangen nehmen konnten, um ihn ihren verderbten Meister zu opfern oder ihn korrumpieren zu lassen.
Ich hörte, daß der Kult des großen Jägers, wie sie allgemein heißen, Dracheneier und Gegenstände aus Drachenhorte, ja manchmal sogar Jungdrachen oder ihre Drakodiener entführen, um ihren Dämon zu füttern oder Macht über die Drachen zu bekommen. Wahrscheinlich habt ihr so ein Opfer des Dämons gerade erlöst.
Habt ihr sonst noch Fragen?"

Innere Stimmme, unglaublich, nur weil das Echo in deinem Hohlschädel wiederhallt, war das noch lange keine innere Stimme.

"Schon wieder diese Stimme" denkt sich Knirps "hat mich dieser Drache etwa verhext?".

Schweigend schüttelt er den Kopf in Richtung des Bibliothekars und geht schnell in seine Kajüte, um sich auszuruhen.

"Saufnasen" grummelte Amrit Knochenglut in seiner Ecke der Taverne, den dritten Zwergenschnaps in sich schüttend. "Saufnasen! Prahlen an der Theke mit ihren Heldentaten und Geschichten und vergessen dabei ihre Gefährten.
Wer hat denn dem Lordchen die Hand zurückgezaubert, na wer? Und wer hat dann heldenhaft dem Drachen den Astralspeer in den Wyrmenleib geschleudert. Na wer?
Und dann war da doch noch dieser Sausewind, der uns laufend verarztete.Von diesem Menschen sprechen sie nicht...
Und auch nicht von der Elfin, oh gott wie hieß sie denn noch.
Wirt, noch einen Humpen Zwergenschnaps!"
In das Glas stierend grummelt er "heute will ich nur vergessen."

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 Betreff des Beitrags: Re: Reisebericht - Zweiter Teil
BeitragVerfasst: Do 12. Jun 2008, 13:17 
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Teil 2:

Zeichnend über sein Buch gebeugt, beteiligt sich nun auch Folgewind:

"Das ist bestimmt die Aufregung, da übertreibt man gerne ein wenig, um sich zu beruhigen. Jedoch haben wir überlebt und wir brauchten keine Hilfe, allein das ist schon sagenumwoben. Und wenn der Lord nicht gewesen wäre, hätte ich so wie Flugpest auch das Weite gesucht. Wir hatten mehr Glück als Verstand, die Sterne standen uns günstig. Besser nicht drüber nachdenken . . . hoffentlich wird es jetzt ein wenig ruhiger. Ich platze jetzt schon, wenn ich an meinen ersten Flug mit dem Schiff denke!"

Langsam erkennt man in seinem Gekritzel die Helden im Kampf mit dem feuerspeienden Drachen.

"Ah, sehr schön mein Freund, du beschäftigst dich mit der tatsachengetreuen Aufzeichnung unserer Heldentaten. Leider scheint dir nur mein, äh, Schwert etwas klein geraten zu sein. Wenn du das korrigierst red ich mal mit dem Keptn, ob wir deine Arbeit nicht überlebensgroß im Rumpf unseres Schiffes verewigen können."

"Und Du solltest noch folgende Bildunterschrift machen, Sausewind"
Amrit Knochenglut beugte sich zu Folgewind Weitgesichts Gezeichnetem herunter. "Der stolze zwergische Geisterbeschwörer Amrit Knochenglut stand direkt neben dem ungeheuerlichen Wyrm. Amrit schien in sich versunken zu sein, nichts brachte ihn aus seiner Ruhe, einen Zauber zu weben dieses Untier auf immer zu vernichten. In der Zwischenzeit ärgerten Niam und Knirps den Drachen mit ihren Dolchen. In Amrits starker Hand materialisierte ein flimmernder Astralspeer, groß wie ein T'skrang. Mit voller Wucht schleuderte er ihn gegen den Lindwurm. Dieser schrie auf und spuckte Feuer-Odem gegen den heldenhaften Zwerg. Natürlich machte es diesem nichts aus, vielmehr dachte er na ja, muß ich meinen überaus langen schönen Bart ein wenig stutzen und schleuderte weitere Astralspeere gegen den feigen Drachen.
Dies machte Amrit ein paar mal und das Untier war tot.
Den Kampf brauchst Du nicht ganz so ausmalen, die Leute, die Dein Bild betrachten wissen ja was gemeint ist und außerdem bin ich bescheiden.
Wirt, eine Runde Zwergenschnaps für alle!
Und auch für Dich, mein kleiner Freund Bajuschi."
Amrit Knochenglut wendete sich wieder Folgewind Weitgesicht zu.
"Und dann solltest Du noch malen, wie mich der weiße Drache für meine Heldentaten belobigte."

Folgewind druckst herum:
"Ja . . . aber . . . nagut . . . mache ich . . . so war es doch nicht ganz . . . scheint so, als müßte ich für jeden ein anderes Bild zeichnen . . . GUUUUUUUTT also wenn Ihr mich so bedrängt, dann zeichne ich je ein Bild, wo Ihr gerade in Aktion seid, ist das in Ordnung? Man kann diese ja aneinanderreihen und erhält dann eine kleine Bildergeschichte, sicherlich wird Eisschwinge nicht fehlen!"

Unter stetiger Rücksprache mit den Helden entsteht dann langsam eine bebilderte Geschichte. Irgendwann hält er inne:

"Müßte man die Statue des Großen Jägers nicht auch zeichnen?"

"Wer will denn so eine häßliche Fratze sehen? Mach lieber noch drei Bilder von mir. Am besten wie ich über dem Drachen throne, die andern darfst du auch mit draufmachen, eine Elfenschönheit in jedem Arm und die Anderen bewundernd drum herum."
Verträumt wandert der Blick des Lords in die Ferne...
"Ja genauso war es und die ganze Nachwelt soll 'unsere' Triumphe ansehen können!"

"Ah, ich seh schon. Unsere tapferen Helden wollen wieder den ganzen Ruhm in die eigene Tasche stecken!" donnert eine Stimme von der Tür, als Hojin eintritt. "Aber wessen Axt hat sich bis zum Schaft in den Rücken des Untiers gebort? Na? Meine! Ihr könnt immer nur erzählen, wie toll ihr ward, aber die echten Helden fallen unter den Tisch."
"Wenn du nicht so viel trinken würdest, Hojin, würdest du am Ende auch nicht unter dem Tisch liegen." sagt Suel und flieht vor Hojins bösem Blick eiligst hinter den Rücken Niams.

Ich sollte bei Gelegenheit mal im Grimoire nachschauen, ob man nicht auch eine Zunge verdorren lassen kann, denkt Amrit.
"Hört nicht auf den Elf. Ihr wißt schon welche Version den Tatsachen entspricht."

Amrit blätterte im Grimoire, bis er den fraglichen Zauber gefunden hatte. "Mhm, der Zauber verdorrt ein Körperteil." dachte er. "Die Zunge ist doch auch nur ein Körperteil. Eigentlich müßte es also funktionieren..."

Amrit richtet sich auf. Sein Blick wird glasig und seine Hände fangen an zu fuchteln.

Kleine, aber kräftige Hände packen Amrit an den Schultern und rütteln leicht an ihm, so daß er die Konzentration verliert.
"Was hast du vor, Amrit?" fragt Evelyn. "Mach nichts dummes. Wir brauchen keinen neuen Schal-Zwischenfall! Laß uns lieber noch einen trinken!"

Amrit rudert weiter mit den Händen. Ohohogott is mir schlecht. Der letzte Schluck vom Humpen muß wohl vergiftet gewesen sein. 4 Humpen Zwergenschnaps, das is doch nix. "Wo schommd hier denn scher? Hier ward dosch eben nosch nisch da. Wasch schür ein Schal? Ascher einän hama nosch.
Ausch schie Schummheidän diescher Wäld!"
Amrit versucht, einen Arm um Evelyn zu legen, was ihm aber nicht so recht gelingt. Er torkelt, fällt auf den Tisch, der übersät mit Folgewinds Zeichnungen ist und reißt sie dabei mit.
"Schird, nosch einä Schunde Schwergenschnabs!"

Folgewind versucht den Zwerg aufzurichten:

"Ich glaube, Du gehörst in Dein Bett! Hilft mir jemand Amrit hinaufzubringen? Ich komme auf jedenfall wieder runter, um weiterzuzeichnen und zuzuhören."

"Lasch misch losch!!"

"Lass den ruhig hier liegen; er ruht im Bett zwar gemütlicher, aber nicht sicherer"
sagt Knirps
"schließlich sind wir auf einem Luftschiff."

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 Betreff des Beitrags: Re: Reisebericht - Zweiter Teil
BeitragVerfasst: Do 12. Jun 2008, 13:19 
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Die Mitternachtsdiebe
Teil 1:

Die Mitternachtsdiebe

In den Tavernen Throals gibt es zur Zeit nur ein Thema: Die rätselhaften "Mitternachtsdiebe". Seit nunmehr zwei Wochen werden die Stände des Großen Basars von Dieben in der Nacht geplündert. Niemand hat die Diebe bisher gesehen und auch die erhöhte Anzahl an Wachen führte bislang nicht zur Ergreifung der Diebe.
Unzählige Gerüchte, wer die Diebe sein könnten, machen in den Tavernen die Runde: Verwöhnte Kinder der Adligen, die nur Unsinn im Kopf haben; die Geister verstorbener Händler, die ihren Nachfahren grollen; bis hin zu Theranern, die die Wirtschaft Throals ruinieren wollen, sind die häufigsten Theorien, die zu hören sind.
Niemand weiß bis jetzt, wer die Diebe in Wirklichkeit sind.

Wenn Lord Niam von derartigen Gerüchten hörte schlich sich bis jetzt immer ein verschmitzt (dümmlich?) verschwörerisches Grinsen auf seine Züge. Sollte es trotz seiner ausgeprägten Mimik vorgekommen sein, dass niemand ihn mit Fragen nach den Dieben löcherte, ließ er so lange Zweideutigkeiten fallen, bis ihn endlich jemand nach seiner Theorie zu den Vorkommnissen fragte.
Und dann, ja dann wurden uralte Elfenweisheiten ausgepackt, bis auch der Letzte (oder zumindest der Lord) sturztrunken unter den Tisch sank.

"Niam, du Hüter des Wissens und Bewahrer der Weisheit" es lag kein Spott in Knirps' Stimme; denn obwohl er die Geschichten des vorgeblichen Blutlords natürlich nicht glaubte, ehrte er ihn doch als mutigen und starken Kampfkameraden "was für ein Erlebnis, dass du in deinen unergründlichen Vorräten an Legenden gespeichert hast, könnte mit diesem Ereignis in Verbindung gebracht werden?"

"Ja doch, Niam, erzählt, erzählt." grummelt Amrit Knochenglut, "dann lachen wir da mal kurz drüber und dann erzähl ich euch die einzig schlüssige Version des Hergangs der Mitternachtsdiebe."
Amrit schaut in seinen leeren Humpen Zwergenschnaps. "Knirps, ihr kennt doch den Blutlord. Seine Zunge muß getränkt werden. Wirt!... noch eine Runde Zwergenschnaps für mich und meinen Freund Niam."

"Nun denn, so will ich meine Geschichte erneut zum besten geben, da ihr ja augenscheinlich meinen bissherigen Ausführungen nicht lauschen konntet und nur so vor Wissbegier brennt."
- Ein tiefer Zug Zwergenschnaps, ein verzerrtes Gesicht, ein erleitertes Ausatmen, als sich das Glutwasser seinen Weg durch die Kehle gefressen hat und mit einem lustig lallenden Ton nahm die Erzählung des Legendenmeisters ihren Anfang -
"Die Mitternachtsdiebe oder die Schattenläufer wie sie ehedem genannt wurden und wie sie vielleicht eines Tages wieder genannt sein werden, sind eine eingeschworene Gemeinschaft. Ein Haufen verruchter, eigenbrödlerischer, seltsamer Gestallten, die aus aller Herren Länder zusammenkamen, verschiedenste Ziele und Träume vor Augen haben und nur lose miteinander verbunden sind.
Die Gruppe mit der wir es hier zu tun haben nennen sich die Freunde des Abends und sind von der wahnwitzigen Idee besessen in Throal, dem Herz der Macht der kleinen Leute einen Ableger der ehrenwerten Gesellschaft des Elfenhofes zu gründen. Außgestoßene die sie sind sehen sie für sich keine andere Möglichkeit, die Anerkennung unserer weisen Königin zu erringen, als das sie hier ein Netzwerk errichten um die Macht des Elfentums in Barsaive zu mehren.
Dies und nichts anderes ist die vollste Wahrheit, ansonsten soll mich auf der Stelle ein dämonischer Blitz darniederstrecken auf das ich mich nie mehr erhebe!"

"Sagtet ihr nicht letztesmal, dass ihr der Gesandte der Königin seid? Solltet nicht eigentlich ihr die Macht des Elbentums in Barsaive festigen? Mir scheint, wir müssen diesen Schattenläufern das Handwerk legen, um euren wohlverdienten Respekt im Elfenhof durch diese Emporkömmlinge nicht zu gefährden." Kra'Teong nahm einen tiefen Schluck vergorenen Lebertrans. "Und nun" sagte er, sich an den Zwerg wendend "bin ich ganz Ohr für eure Darstellung der Hintergründe."

"Also Niam, das mit dem Blitz läßt sich einrichten. Aber ich denke, daß ist nicht wirklich das was ihr möchtet. Wirt, noch einen Humpen Zwergenschnaps für mich und meinen Freund, den Glutlord! Wir wollen doch nicht, daß seine Zunge verdorrt..."
Amrit Knochenglut wartet einen Moment, bis das edle Getränk an ihrem Tisch serviert wird und nimmt einen tiefen Schluck.
""Niam, ihr habt euch eine nette kleine Geschichte ausgedacht. Und nun hier unser kurzes Lachen: OHO HO HO! Etwas weit hergeholt, aber ganz lustig. Die Wahrheit ist natürlich viel einfacher: Die Händler unter der Anführung von jemandem namens Goldnase wollen die Gerichtsbarkeit von Thoral vorführen und täuschen einen Diebstahl vor. Später verlangen sie dann Entschädigung für ihre angeblich gestohlenen Waren. Wie sonst ist es zu erklären, daß trotz Verstärkung der Wachen weiterhin geklaut wird? Na?"
Amrit nimmt noch einen Schluck.
"Genau. Und Goldnase ist ein Betrüger, der so heißt, weil er es immer schafft, mit seiner Nase die Waage seines Standes zu manipulieren. Und solchen Leuten ist alles zuzutrauen, ist das."

Vom Nachbartisch erhob sich ein fein rausgeputzter, gepflegt ondulierter Zwerg und gesellte sich zur Heldenschaft. "Eine Runde für meine Freunde, mit denen ich schon so manches Abenteuer durchgestanden habe!" rief er und setzte sich auf einen freien Stuhl. "Na meine lieben" blinzelte er in die Runde "habe ich gerade meinen Namen vernommen?" Goldnase fixierte den Zwerg mit der Knochenhalskette "Gibt es jemanden, der mir etwas direkt sagen möchte?"

"Dann wollen wir mal hoffen das Goldnase auch dann noch unseren Lohn zahlt wenn ihr Ihn als den Schuldigen ausgemacht habt." Kommt eine fröhliche Stimme von oben. Bajuschi Jobi hat es sich auf der Lampe über den Saufenden bequem gemacht.
"Mich würde ja vielmehr die Version von Evelyn und ihrem Brüderchen interessieren. Nebenbei wo steckt Evelyn eigentlich? Seit neustem scheint sie Lord Halbohr ja ziemlich aus dem Weg zu gehen. Ich würde ja die Theorie aufstellen das die Mitternachtsdiebe nichts weiter sind als das Ergebniss einer in der Nacht zu sehr gelangweilten Evelyn, hätte ich sie nicht vorgestern beim Kartenspielen gesehen, während sie angeblich Goldnases Lager ausgeräumt haben."

"Es ist nun wirklich nicht schwer, auf dem großen Basar die Waren zu plündern." sagt Evelyn aus ihrer Ecke. "Nicht, das ich irgendetwas damit zu tun hätte...
Die Zwerge sind so ... unaufmerksam."
"Ich kann Ihnen versichern, daß kein anständiger Händler seine eigenen Waren plündern würde, Herr Knochenglut!" sagt Goldnase. "Was hätten wir davon? Nur den schlechten Ruf, nicht auf unsere Ware achtgeben zu können. Nein, ich sage euch, das waren die Geister der ersten Händler. Sie sind unglücklich über die steigenden Fischpreise der T'skrang! Nur so ist es zu erklären, daß soviel Fisch verschwindet."

"Oh, Herr Goldnase, Sie sind derjenige, der uns beauftragt?" erwidert Amrit Knochenglut, den Blick des fein gekleideten Zwerges erwidernd. "Das ändert natürlich einiges an meinen bisherigen Schlußfolgerungen."
Wieso wußte ich eigentlich nicht, daß Goldnase uns beauftragt. Das hätte mir einige Peinlichkeiten erspart. Nichtsdestrotrotz werd ich ein Auge auf Dich halten - bei meinen Knochen, denkt sich Amrit.

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 Betreff des Beitrags: Re: Reisebericht - Zweiter Teil
BeitragVerfasst: Do 12. Jun 2008, 13:20 
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Teil 2:

"Genau genommen, Meister Amrit, beauftragen wir alle euch mit der Überwachung unserer Waren." sagte Telos, der T'skranghändler vom Nebentisch aus. "Meister Goldnase hat nur bedauerlicherweise ein Familienerbstück verloren, das er dringend zurückerlangen möchte. Und ich bin mir ganz sicher, daß die Geister, wenn überhaupt, erzürnt über die hohen Bierpreise der Zwerge sind. Die Fischpreise sind aufgrund des gerechteren Lohns für unsere Fischer im vergangenen Jahr ein wenig gestiegen. Ich versichere euch, das wir Händler kein Kupferstück mehr daran verdienen."
"Nein, nur ein ganzes Silberstück pro Fang, nicht wahr." gab Goldnase zurück.
"Ich muß doch bitten Herr Kollege, bezichtigt Ihr mich hier der Lüge?" Telos schien ernsthaft empört.
Die beiden Kontrahenten starrten sich wütend an, ein einziges Wort schien auszureichen, daß sie aufeinander losgehen würden, so sehr lagen die Nerven bei den Händlern blank. Schließlich, nach scheinbar endlosen Sekunden, drehte sich Goldnase um und verließ den Raum.
"Bringt mir bloß mein Amulett wieder zurück." sagte er noch zu Amrit und den übrigen Abenteurern, bevor er verschwand.

Telos ist in Ordnung. Er redet mich meiner Stellung gemäß mit Meister an. Während dieser Goldnase... denkt Amrit, na ja, und überhaupt. Überteuertes Bier. So etwas tut ein anständiger Zwerg nicht. Bei meinen Knochen!
Amrit sinniert weiter.
Und das wiederholte Pochen auf sein verlorenes Familien-Erbstück. Mit dem Amulett stimmt bestimmt auch etwas nicht. Ich sollte mal in einer stillen Minute mit meinen Gefährten über das Teil reden.

Der große Basar von Throal ist eigentlich immer voller Leben.
Händler aus dem ganzen Land und manchmal auch darüber hinaus bieten hier ihre Waren an, die sie lautstark an den Kunden bringen. Hier erhält man nahezu alles, was man kaufen kann. Von kunstvoll gefertigten Schwertern aus den Schmieden der Elfen über exotische Gewürze der T'skrang bis hin zu Kleidung aus cathayischer Seide.
Doch all das Geld auf dem Markt lockt auch Diebe an. Taschendiebe schleichen durch die Gassen zwischen den unzähligen Ständen und erleichtern den unvorsichtigen um seine Habe. Die patrouillierenden Wachen Throals sind in dieser riesigen Halle ohne Chance und beschränken sich darauf, Gewalttätigkeiten zu unterbinden.
Langsam schließen die Händler ihre Stände, um die Einnahmen des Tages zu zählen und in der nächsten Taverne ihren erfolgreichen Tag zu feiern.
Zurück bleibt ein ruhiger, leerer Markt. Nur die Schritte der Wachen hallen durch die Halle.
Doch irgendwo, tief in dem weiten Höhlensystem des Königreiches bereiten sich drei Mitternachtsdiebe auf ihren nächsten Diebeszug vor.

Gut gelaunt kommen die HeldInnen zwei Wochen später zurück aufs Schiff, ein wenig feucht, ein wenig müde, aber guter Dinge. Der T'Skrang, der Windling und die elfische Luftseglerin stützen den Obsidianer, der immer wieder seinen Mund zu einem riesigen Gääähnen verzerrt. "Lasst uns aufs Deck" sagt Kra'Teong "dort erzählen wir euch, was vorgefallen ist." Dort angekommen, versammelt sich die bunte Schar aufrechter Haudegen um die kleine Gruppe. "Zuerst mussten wir tief unter die Höhlen der Zwergenfeste kriechen - wie ihr wisst, ist Throal natürlichen Ursprungs - um den Spuren der Mitternachtsdiebe zu folgen. Da angekommen, begegneten uns feindselige, seltsame Kreaturen mit leuchtend grüner HAut und Augen, die fast aus den Höhlen fielen: die BLEICHEN.
Trotz ihrer unglaublichen Armut, die sich in den faltigen Häuten ihrer Bäuche und hohlen Wangen ausdrückte entpuppten sich die Leute aber als ein nettes Volk von ehemals äußerst kultivierten Fischern, denen der Fluss abhanden gekommen war - statt des einst mächtigen Stroms, der sich durch die Kavernen wand, plätscherte nur noch ein Rinnsal durch die Höhlen."

"Aber wie konnte das geschehen, Herr Kra'Teong?" fragte Suel, der die Rückkehr der Abenteurer bereits seit Tagen herbei gesehnt hat. "Die Bleichen sind doch ein T'skrangvolk, nicht wahr? Ich habe darüber doch neulich erst etwas in der Bibliothek gelesen. Der Verlust ihres Flusses muß sie hart getroffen haben."

"Hart getroffen ist untertrieben. Ohne Fluss war das Volk zum Untergang verdammt, da es keinerlei andere Möglichkeit gab, an Essen zu kommen als die Fischerei. Sie haben 2 Patrouillen ausgeschickt, um nach der Ursache der Katastrophe zu forschen - es kam keine Echse zurück! Schließlich fanden sie glücklicherweise einen Durchbruch nach Throal, wo sie Nahrung im Überfluss ergattern konnten; leider nur unter Einsatz ihres Lebens. Das Amulett übrigens - " mit diesen Worten zieht Knirps Goldnases Erbstück aus der Westentasche " - haben sie nur aus Zufall mitgenommen und mir auf Nachfrage sofort ausgehändigt."

"MEIN AMULETT!!!!!!!!!" schreit Goldnase und reißt es dem T'skrang förmlich aus der Hand. Erleichtert drückt er es an sich, nicht willens, es jemals wieder loszulassen. Er stammelt, den Tränen nahe, einen ganzen Wasserfall an Dankeschön hervor, geht zur Bar und trinkt ersteinmal drei Krüge Bier, bevor er den Raum verläßt. Die versammelten Luftsegler sehen ihn erstaunt nach.
"Was hat er denn?" fragt Suel erschrocken.
"Das Amulett ist sein Glücksbringer." antwortet Telos leicht amüsiert. "Er ist ein sehr abergläubischer Mann und glaubt, er könne ohne sein Amulett nicht einmal mehr einen Krug Wasser verkaufen. Doch sagt, Meister Kra'Teong, was ist mit dem Fluß geschehen? Ich sehe es euch an, daß ihr das herausgefunden habt."

"Aberglaube? Eher nicht. Dieser Anhänger hat mit Sicherheit magische Kräfte - solange Goldnase allerdings nur ehrbare Geschäfte betreibt und nicht mehr als einen schmalen Profit daraus schlägt, soll es mir recht sein!"
Sich zur Theke wendend ruft Knirps
"Einen großen Becher Tranwein bitte! Dieser dauernde Gerede vom Fluss macht mich ganz durstig."

"Das ist gut möglich." sagt eine tiefe Stimme aus einer Ecke, wo Xono von einem alten Buch aufsieht. "Goldnase wird dieses Amulett schon lange haben und durch seine persönliche Bindung zu dem Gegenstand, könnte er mit der Zeit eine eigene magische Struktur entwickelt haben. Wenn Ihr mit Eurem Schwert oder Eurer Axt nur lange genug Dämonen vernichtet habt, könnte die Struktur Eurer Waffe in Verbindung zu Eurer Legende und Eurer Adeptenmagie eine magische Struktur bilden. Dasselbe gilt zum Beispiel für Globbs Schal. Dieses Kleidungsstück ist ihm sehr wichtig. So wichtig, daß man vermutlich Macht über ihn erlangen könnte, wenn man den Schal in seinen Besitz bekommt. Wenn Globb eines Tages ein legendärer Held ist, den wirklich jeder kennt und der Schal weiterhin zu seinem typischen Erscheinungsbild gehört, wird er wahrscheinlich magische Fähigkeiten entwickeln. ... Jetzt habe ich auch Durst!"

Was auch immer Tranwein sein soll. denkt sich der Wirt. Na ja, ich gebe ihm einfach einen T'skrangwein. Das sollte reichen. Lächelnd reicht er Kra'Teong einen Becher Wein.

Knirps nimmt einen Schluck aus dem Becher und lässt ein Seufzen hören.
"Eigentlich wollte ich ja vergorenen Lebertran, aber das Zeug tut's auch. Danke. So. Der Fluß also, Suel?

Nun, der Fluss war von einer Horde Höhlentrolle magisch gestaut worden, so dass er in eine andere Richtung floss; vermutlich zu ihrem Dorf. Das konnten wir nicht mehr genau herausfinden, denn kaum hatten wir den elementaren Wasserriesen, der den Fluss zwang, besiegt, krachte ein Nebengang mit solcher Vehemenz ein, dass ein Durchstoßen unmöglich wurde.

Diese Trolle hatten viele magische und tiermeisterliche Fähigkeiten." Knirps spielt mit seinem frischerworbenen Finsterrochengiftstachel "sie waren fast so zivilisiert wie die T'Skrang, wenn auch nicht mit solch einer kulturellen Historie ausgestattet.
Mit ein bißchen good will hätten sie zusammenarbeiten können."

Der T'Skrang macht ein melancholisches Gesicht und nimmt einen weiteren tiefen Schluck, während er sich an einen Tisch am Rand setzt.

"Ein Wasserelementar?" fragt Xono, mehr zu sich selbst als zu den anderen. "Hhmm, der Elementarist muß ihn durch Blutmagie gestärkt haben, sonst währe er wohl nicht so lange in seinen Diensten geblieben."
"A..Aber ist Blutmagie nicht ... dämonisch?" fragt Suel.
Xono lacht donnernd.
"Unsinn! Die Macht des Blutes war schon lange vor den Dämonen bekannt. Ich weiß, daß sich viele Namensgeber nicht besonders wohl fühlen, bei dem Gedanken, ein wenig ihrer eigenen Lebensenergie zu opfern, aber mit den Dämonen hat das nichts zu tunEin paar Tropfen deines Blutes in die Struktur eines Zaubers eingewoben zu dem Preis einer kleinen, langsam heilenden Verletzung und man kann die Wirkung eines Zaubers verstärken oder seine Wirkungsdauer. ... Oder man kann Blutamulette an sich binden, wie ein Dämonenabwehramulett oder ein Letzte Rettungsamulett, die einem mit ihrer Magie im Kampf gegen die Dämonen unterstützen oder einen Namensgeber aus dem Reich der Toten zurückholen können.
... Jetzt habe ich schon wieder Durst."

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 Betreff des Beitrags: Re: Reisebericht - Zweiter Teil
BeitragVerfasst: Do 12. Jun 2008, 13:20 
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Sklavenjäger

"Lord Niam, wo steckt eigentlich die Troubadorin", fragt Amrit Knochenglut, "sie wollte doch noch ein Lied meiner heldenhaften Suche nach Hinweisen über die verschwundenen Dorfbewohner zum Besten geben. Und natürlich wie ich die Ghoule und Terraner besiegte."

"Weshalb diese Angst vor dem Wir? Schliesslich haben wir sie zusammen besiegt, haben wir doch. Und Wie! Ha, Theranisches Trollschaschlik herzustellen ist schon irgendwie befriedigend."

Lord Niam ist gerade schwer abgelenkt. Leine Zeit für nix der Mann.

"Krass, krass, krass"

sagt Knirps und lehnt sich zurück, um einen Humpen vergorenene Trans zu leeren. Sein Kamm schwillt an.

"Die Theraner sind schon Arschlöcher. Dass man sogar im freien Bersaive immer wieder auf diese Unterdrücker trifft! Ich verstehe es nicht. Thera sollte komplett geschleift werden!"

Er schüttelt den Kopf mit dem gebogenen Schnabel und redet, mehr mit sich als zu den anwesenden Freunden weiter:

"Wir sind dort also in ein Dorf gekommen, das vollkommen leer war. Nachdem unsere tapferen Helden erstmal im Gasthaus die Wein- und Biervorräte gesichert haben, machten sie sich dann schließlich doch auf den Weg, mit der Flugpest das Dorf zu durchsuchen und Globb fand schließlich einen Jungen, der erzählte, das "Böse Männer in Uniformen" gekommen sind, den "alten Tom" umgebracht haben und die restlichen verschleppt haben.
So eine Sauerei! Einfach Leute kidnappen! Ich war total stinkig und musste ihnen einfach helfen!
Es gab zwei Spuren, weshalb wir uns getrennt haben. Ich bin mit gut hundert Luftseglern, darunter Hojin, Xono und dem Käptn der Spur gefolgt, wo die Dörfler wohl langgebracht wurden.
Eine kleine Gruppe folgte der schwächeren Spur.
Nach einiger Zeit sind wir in ein Tal in den Bergen gekommen, wo eine große Gruppe Soldaten, die sich bald als Theraner herausstellten, etwa zweihundert Sklaven hielten und wohl auf etwas warteten. Später stellte sich heraus, dass es das Luftschiff war, das sie wegbringen sollte. Wir haben nicht lange gefackelt und haben das Lager gestürmt und die Sklaven befreit. Vorher ließ ich mich gefangennehmen, damit ich die Sklaven dazu bringen konnte, sich selbst gegen die autoritären und schlechten Menschen zu wehren und die sie zur Rebellion zu bewegen. Bei Lochost!
Bei meinen Truppen war auch der seltsame Mensch Dunkelzahn dabei, der sich auf den Anführer der Theraner stürzte und erstaunliche Macht zeigte. Nach dem Kampf war der Anführer irgendwie verschwunden, aber die Drachenstatuette wurde im Lager gefunden. Die meisten Theraner wurden im Kampf getötet, wie auch viele Luftsegler, was uns sehr traurig macht. Zu Sterben, um anderen zu helfen, ist zwar äußerst ehrenhaft - aber auch so unnötig! Warum gibt es das Schlechte nur ....
Die Überlebenden wurden nach Throal geschafft.
Mehr gibt es nicht zu berichten."

Gebückt geht der T'Skrang zum Tresen, um noch einen Humpen zu ordern. Reden wird er an diesem Abend aber nichts mehr, dafür ist ihm das Herz zu schwer.

Globbs Gesichtsausdruck ist anders als sonst, wenn Lord Niam eine seiner bekannten Reden schwingt... Konzentriert sieht man ihn seinen Gewürzkuchen essen... ganz vorsichtig mit riesigen Fingern die Kürbiskerne abzupfen, um dann zaghaft jeweils ein Eckchen des Kuchens in den Mund zu führen, die zweite Hand gleich einem Teller, besorgt, dass ein Krümelchen auf den schmutzigen Kombüsenboden fallen könnte.
Wenn man ihn genau beobachtet, dann sieht man, dass er sich nicht nur auf den herrlich würzigen Geschmack des Kuchens konzentriert. Ab und zu hält er beim Kauen inne - als ob er die feine Stimme des T'skrang nicht mit seinen eigenen Kau-Geräuschen überdecken wolle... und wenn die Echse pathetisch mal von traurigen, mal von heroischen Momenten voller lLeidenschaft spricht - immer noch scheinbar ihres Publikums nicht bewußt - dann meint man, die Ränder von Globbs Augen seien von kleinen, schimmernden Edelsteinen geziert...

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 Betreff des Beitrags: Re: Reisebericht - Zweiter Teil
BeitragVerfasst: Do 12. Jun 2008, 13:22 
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Ein Verzweifler packt die Tentakeln ein  und

Hm... ich bin heut ein bißchen traurig... warum, das erzähl ich euch später... deswegen werd ich euch - trotz neugierig aufgerissener Augen - nur eine Kurzversion der Geschichte erzählen, die wir mit Suel in seinem Dorf hinter uns gebracht haben... und vielleicht mag ja Suel auch noch das eine oder andere ergänzen:

Nun, wir, Amrit, Bajushi, Odega - oder wie hieß er gleich... egal... auf jeden Fall kämpft er mit einer Art Speer-Zwinge... ist'n seltsames Ding... aber höchstselbst konstruiert - und ich natürlich haben Suel in sein Heimatdorf begleiten wollen...
Auf halbem Wege haben sich uns drei Untote erfolglos in den Weg gestellt... aber seltsam... was machen Untote mitten im Wald?
Nun gut... als nächstes haben wir versucht, 6 Wegelagerer auf den rechten Weg der Tugend friedvoll zurückzubringen...mit dem friedvoll wurde es nix... bzw. nur halb was... mal kucken, wie friedvoll der Büttel des nächstliegenden Dorfes mit dem überlebenden Rest der Ganoven umgehen wird...
Nun... später dann, als wir fast bei Suels Dorf waren, hat sich das Rätsel mit den Kadavermännern geklärt: Ein Dämon vom Typ der Verzweiflerhat sein Dorf heimgesucht und ein Kind markiert... und die "Grimmigen Horden" oder so ähnlich, eine reichsbekannte, recht brutal-grobschlächtige Dämonenjängerhorde hatte das Dorf abgeriegelt.
Dank Amrit konnten wir die astrale Verbindung des Dämons mit seinem Opfer aufspüren und seine so feststellbaren Spuren folgen... klar dass die kurze Reise mal wieder in eine feuchte, stickige, dunkle Höhle, ein ehemaliges Kaer, ging.

Der Rest war ein Kinderspiel... auch dank der unterstützenden Schläger von der Dämonengruppe...und das darauffolgende Dorffest war eine Wucht...

Nun... *Globb packt einen Gewürzkuchen aus, legt ihn feierlich auf den Tisch und zerschneidet ihn in mehrere Teile*

Dies ist der letzte Gewürzkuchen aus den Händen Thaliras... ihr wisst schon... die nette menschliche Bäckerin aus der Kombüse, die die weltbesten Gewürzkuchen backen konnte...

Vor 2 Wochen etwa wurde sie in unserer Abwesenheit in den Straßen Hohenfels' von einem namenlosen Mob erstochen und erschlagen... die Täter sind unbekannt. Eine abscheuliche Tat!
Ich würde gerne - in einer kleinen Privatmission oder vielleicht auch im Auftrag des Kapitäns - schließlich handelt es sich um ein Mitglied der Mannschaft - die feigen Mörder jagen.

Wenn mich jemand von euch in dieser Mission unterstützen möchte, dann nehmt ein Stück dieses Kuchens und esst es im Andenken Thaliras!

Amrit, Bajushi, mein lieber Knirps, geschätzter Lord Niam und... wo ist eigentlich Evelyn? Sie könnte mit ihrer Sinnesschärfe bei der Aufklärung besonders hilfreich sein!... ich würde mich freuen, wenn ihr mich in diesem Unterfangen unterstützen würdet...

Amrit nimmt ein sehr kleines Stück des Gewürzkuchens und kaut andächtig. Die Krümel spült er mit einem großen Schluck Zwergenschnaps herunter.

"Übel, Übel. Diese feigen Mörder. Die nette Thalira. Und auch wenn ich kein Freund des gepflegten Gewürzkuchens bin, dieser Mord muß gerächt werden.
Amrit Knochenglut ist bei dieser Mission auf jeden Fall dabei."

Amrit nimmt ein zweiten Schluck aus seinem Humpen.

"Aber ha, ja!
Das haben wir prima hingekriegt.
Ich sags doch immer, wenn die Gruppe zusammenhält, klappt alles...
Und den Neuen, Odega oder wie er hieß, ha... Das is wirklich ein Kerl... Ein Zwerg, wie er im Buche steht...Jawohl meine Herren!...Und ein Stöffchen hat er dabei, ein Wässerchen, daß es in sich hat. Aquavit mit eingelegten Skorpionen, bei Throal, der geht ins Blut...
Wo ist dieser riesige Zwerg überhaupt?"

"Ich habe gerade davon gehört." sagt Suel traurig. "Thalira ist aber nicht die einzige. Sie war mit Nadia und K'Keela gemeinsam unterwegs, als die Banditen sie überfielen und alle drei töteten. Wer macht nur so etwas? Und warum?" Er hält kurz inne und nimmt sich ein kleines Stück des Kuchens. "Wenn ich euch irgendwie helfen kann, die Mörder zu finden, werde ich das tun! Ich bin sicher, ihr werdet sie finden, so wie Amrith den Dämon, der mein Dorf unsicher gemacht hat, gefunden hat."

Ich muss sagen, da hatten wir doch Glück das der Dämon sich in das Kaer zurückgezogen hatte. Seien wir mal ehrlich, nirgendwo sonst sitzt ein Dämon so in der Falle. All die alten Runen die verhindern das er einfach in den Astralraum abhaut. Auf der anderen Seite, wenn man nach dem Kampf seine Fingernägel vom Dämonenabfall säubern muss, wünscht man sich schon der Dämon wäre einfach abgehauen, so wie der eine Bandit, der cleverer war als seine Kumpels.
Das gleiche gilt für die Kadavermänner. Was für ein ekliges Gefühl da reinzuhauen, wiederwärtig. Vielleicht sollte ich doch die ganze Sache mit den Waffen noch mal überdenken...

Ein Krümel Gewürzkuchen auch für mich, obwohl ich das Zeug ja nicht so mag.

Ich frag mich ja immer noch was da in dem Wald an der Lichtung passiert sein mag. Da waren die Spuren ja keine zwei Tage alt. Ob wir hier wirklich Chancen haben die Mörder aufzuspüren, wo das ganze jetzt schon fast 2 Wochen her ist ?

Es muss ja nicht unbedingt die konventionelle kriminalistische Spurensuche sein... zunächst sollten wir - bzw. der Geisterbeschwörer - die Leiber der Toten untersuchen... ein "Augenblick des Todes" kann uns hier schon sehr weit bringen.

Der Rest sollte mit Befragungen und Verhören unterschiedlichster Couleur zu schaffen sein.

"Nun, Globb, das hört sich interessant an." sagt Evelyn, die plötzlich nahe der Tür erschienen ist.
"Unterschiedlicher Couleur hört sich nach einer ganzen Menge Spaß an. Die armen Mädchen! Eine von ihnen hat mir erst am Morgen vor ihrem Tod ein sehr ... interessantes Geschenk gemacht. Zu schade, daß ich mich jetzt nie mehr angemessen bei ihr bedanken kann."
Sie schüttelt traurig den Kopf und nimmt sich ein kleines Stück des Gewürzkuchens.
"Etwas gewöhnungsbedürftig, aber nicht schlecht. Aber ich höre, ihr habt euch auch ohne mich gut amüsiert?"

Nun... ich muss zugeben... ohne Euch und Knirps und den werten Lord natürlich... erscheint das Laub der Bäume manchmal etwas blass... aber das kann auch an Kollege Amrit liegen *mit einem Augenzwinkern dem knochigen düster-dreinschauenden Geisterbeschwörer auf die Schulter klopft*.

Auf jeden Fall freue ich mich, dass Ihr euch unserer Mission anschließen wollt!

"Gewürzkuchen ist eine gute Sache" sagt Knirps mampfend "eine noch bessere aber, einen Mord aufzudecken. Ich bin dabei!"

"Ich werde mir keinen Gewürzkuchen nehmen." sagt Kapitän Serdak, als er an den Tisch tritt. "Mir wurden gerade eure Pläne mitgeteilt und ich bin erfreut, das ihr herausfinden wollt, wer für das Verbrechen an den Frauen verantwortlich ist. Ich habe aber wichtige andere Verpflichtungen und kann mich euch nicht anschließen. Wir müssen in zwei Tagen weiterreisen. Ich bin bereit, euch für eine Woche freizustellen, in der ihr hier ermitteln könnt. Dann kommen wir zurück und holen euch ab."
"Juchhuh!" ruft Suel. "Danke Käptn! Den feigen Mördern werden wir es zeigen!"
Serdak sieht ihn mit einem entstellten Lächeln an: "Du nicht, Junge. Du hattest gerade deinen Urlaub."
Suel ist wie vom Blitz getroffen und starrt den Käptn mit offenen Mund an. Man sieht deutlich, daß er Widerworte geben will, doch er bringt nur ein leises Krächzen heraus.

Lange nachdem schon alle den Raum verlassen hatten regte sich etwas unter einer der Bänke, eine dreckstarrende zittrige Hand kam zum Vorschein und nach und nach auch der Rest einer ziemlich zerrütteten Gestallt. Sich mühevoll auf einen Stuhl stützend erhob sich das Wesen zur vollen Höhe und blieb leicht wankend stehen, sichtliche Probleme irgendetwas zu fokusieren.
Tun wir einen Blick in die Gedankenwelt dieses Individuums:

'Bei allen verdammten Höllen, ich fühl mich als ob ich drei Wochen tod gewesen wär. Ich frag mich nur wer diesen weichlichen Orkpiratinnen eingeredet hat Elfen würden ihre räudige Pilzsud nicht vertragen??? HAH, das ich nicht lache! Humppf.
Was seh ich den da? Sind das liebliche Weinblätter aus dem malerischen Blutwald? - Genau das was ich jetzt brauche.
- Waah, das ist doch einer dieser wiedelichen Kräuterklumpen vom Bröckchen. Naja was rein muss muss rein...scheußlich...

Was würd ich für ein Omelette geben!!!

Ich glaube ich werde mich die nächsten Tage in Askese üben! Ich bin mir sicher auf dem Schiff gibt es Wasser, mit dem ich meinen Wein strecken kann. - Vorausgesetzt mein Wein ist noch da...?

BEI DEN PASSIONEN...'

Mit eine Geschwindigkeit, die aus seinen vorigen Bewegungen nicht abzuleiten wäre, schprintete unser absonderlicher Held aus der Tür und war verschwunden. Allerdings nicht ohne sich auch noch die letzten Krümel des "Kräuterklumpens" zu gemüte zu führen.

Drei Tage später an Board der Explorer, Ställe, inmitten eines grösseren Haufens Kleinholzes:
Ein Windling sitzt in der weissen Mähne eines ansonsten fast völlig schwarzen Streitrosses, krault es hinter den Ohren und spricht abwecheslend beruhigend auf die Stute und den Quartiermeister der Explorer ein.

"Ruhig meine Schöne, ist ja gut, wir landen bald wieder, der Kapitän hat schon die nächste Station angeflogen."

"Das mit dem Stall tut mir leid. Ich bin sicher sie wird sich noch an die Luftfahrt gewöhnen. Ist doch nicht ihre Schuld das Blutbart so ein Matschkriecher war."

Auf die fragenden Blicke des Quartiermeisters hin, lädt er diesen abends auf einen Drink ein.

"Sie sollten öfter mit den anderen Speisen, ihnen entgehen ja die ganzen guten Erzählungen. Ich bin sicher einer von den Jungs wird die ganze Geschichte von der Jagd auf Talirahs Mörder heute abend wieder rauskramen. Bis dahin verspreche ich Ihnen habe ich unsere Primadonna soweit beruhigt das wir die Zeit haben werden, der ganzen Geschichte zu lauschen."

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 Betreff des Beitrags: Re: Reisebericht - Zweiter Teil
BeitragVerfasst: Do 12. Jun 2008, 13:24 
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Die Königin der Schmerzen
Teil 1:

*klopf-klopf*

Ein zugleich zaghaftes und energisches Pochen bringt den T'Skrang dazu, vom winzigen Objekt in seiner Hand aufzublicken und und den Blick zur Tür zu wenden. Er öffnet sie einen Spalt und sieht hinaus. Ein strubbeliger Kopf wird sichtbar, unter dem ein paar weit aufgerissene Augen versuchen, einen Blick in die spärlich eingerichtete Kabine zu werfen. "Ihr wart bei der Heilerin?" sprudelt es aus Suel heraus "und habt Verbandsmaterial und Milch besorgt? Was wollt ihr damit? Wo wart ihr? Wir warten schon 2 Tage auf euch und haben uns ernsthaft Sorgen gemacht! Was riecht hier so ko..."

"Schweig" herrscht ihn Knirps an "der Blutlord ist in der Kantine. Frag erst ihn aus, ich habe keine Zeit. Komm später wieder!" und verschließt die Tür.
Grummelnd zieht der Schiffsjunge davon.

Kurze Zeit später kommt Bajushi-Jobi zur selben Tür, kratzt daran und wird eingelassen. "Das hier sind die provisorischen Windeln für Paad, und das hier ist die Flüssigkeit, die Zirns Milch ersetzen soll. Gib gut acht und melde dich, wenn du Hilfe brauchst!"

"Mach ich" antwortet der Windling, packt das kleine Objekt in eine provisorische Wiege, nimmt die Utensilien und ist so schnell wieder verschwunden, wie er gekommen ist.

Suel geht unterdessen zur unteren Kantina, wo er wie erwartet Niam vorfindet: dieser steht von fünf rotgesichtigen Matrosen begafft auf einem wackligen Tisch und versucht, den Klingentanz aufzuführen, um so dem Verdacht der dämonischen Besessenheit zu entgehen. Auffällig an seiner Enscheinung ist das neue Gewand, das er trägt: ein halb durchscheinendes, seidiges Vlies umhüllt seinen Körper, der speckige Hut - sein altes Markenzeichen - ist nirgendwo zu sehen.

Gerade in dem Moment, als Suel sich dazusetzen will, um der Vorstellung zuzusehen, kracht der Tisch zusammen und der Elf poltert unter den Tresen. Die Luftsegler verziehen sich mit allerlei Bemerkungen à la

- "Habt ihr ihn jemals den Klingentanz aufführen gesehen?"
- ... "zum Glück scheint es ein niederer Dämon zu sein" ...
- "Wenn Glob und der komische Vogel ihn nicht beschützen würden" ...

Suel rauscht schnell zum abgestürzten Blutlord, um ihn zu helfen, da erhebt er sich auch schon wieder "ahhhh ... schuull .. men jong ... isch musch die 'schischte noch erschäln ... " kurz darauf schläft er laut schnarchend ein, und Suels Neugier wird erneut auf eine harte Probe gestellt.

Ziemlich übermüdet sitz Bajuschi in der Kantine beim Frühstück. Seine Flügel hängen schlaff den Rücken herab.

"Suel, jetzt nicht, Bitte. Tiere, sag ich dir Tiere sind was tolles. Deren Kinder schreien auch nicht die ganze Nacht.

Wie weit ist es noch bis nach Kerouak?"

Nachdem der Windling seine Antwort erhalten hat, trollt er sich wieder in seine Kabine.

Der Herr der Schmerzen hat anscheinend schon die ganzen letzten Tage schrecklichste Alb- und Tagträume, aus denen er auffährt und Dinge wie "DIE EINFÜHRUNG IN DIE GRUNDLAGEN DER KREISLAUF UND ABFALLWIRTSCHAFTS PRÜFUNG WARTET AUF DICH" schreit. Was mag das bedeuten?
Geplagt von dem schlechten Gewissen, dass er seinen Freunden und Begleitern die Berichte der neuesten Heldentaten seiner selbst vorenthält, geistert er über Bord und verbrennt ab und an murmeld kleine Spielzeugbäume. Hoffen wir das sich unser aller Idol bald fängt und über seine seltsamen Narben, die abstruse Gewandung und den stark gestiegenen Rauschmittelkonsum berichten kann...

Am folgenden Abend nach getaner Arbeit klopft Suel wieder an Knirps' Tür und wird dieses Mal eingelassen. "Setz dich" sagt der T'Skrang freundlich. Als der Junge gespannt auf dem Stuhl Platz genommen hat, begibt sich der jugendliche Luftpirat feierlich zu seiner Kommode, auf der eine dunkle, reich mit Schnitzerei verzierte kleine Truhe steht. Er öffnet sie bedächtig, eine Melodie erklingt, leise, doch durchdringend. Suels glotzender Blick wird von einem Glanz gestreift, der von einem klaren Kristall ausgeht, der auf schwerem Samt gebettet in der Kiste liegt. Das Innere des Deckels des Kästchen ist mit einem Porträt eines schwermütig dreinblickenden, doch edlen elfischen Paares geschmückt.

Feinste Töne verweben sich mit düsterem Rhythmus. Das Lied, das nun ertönt, kündet von großem Verlust ... eine ewig scheinende Weile verharren die beiden Freunde unbeweglich und hängen melancholischen Gedanken nach ....

==============================================

Währenddessen:
Globb sitzt gebückt in der Bibliotkek und geht Knirps' Notizen durch:

"Die Seerose?" - "Ein Schiff der Bluelfen!" antwortet Xono.

"Oh" Globb runzelt die steinerne Stirn "Die Blutelfen. Ich weiß, wer sie sind. Sie haben einen schrecklichen Fluch auf sich genommen, um sich der Dämonen zu entledigen. Sie wohnen im Blutwald ... einem schrecklichen, verdammten Ort ... der Wald selbst ist reine Magie und ernährt sich vom Saft des Lebens, den die Elfen dort täglich vergießen ... bedauernswerte Geschöpfe, gemieden von den anderen Völkern."

"Zwergenkönig hat sie betrogen?" - "Hm. Die Elfen des Blutwaldes machen hauptsächlich mit Zwergen und T'Skrang Geschäfte. Von Menschen halten sie sich fern."

"Alamaise?" fragt Globb "Der Drache." antwortet Xono.

"Königin Alachiat? Wer ist das denn?" - "Das ist die Herrin der Schmerzen, die Königin der verfluchten Elfen und Windlinge. Königin Alachia!" sagt Xono bedrückt.

"Seretha und Schawarma?" Globb ist nun völlig verwirrt "wer sind die beiden denn?" - "Das sind keine Personen, Globb" antwortet Xono paternalistisch "das sind wohl die beiden Elfenstädte Sereatha und Shosara; außerhalb Barsaives gelegen, die sich von der Königin losgesagt haben. Sereatha ist die wundervolle Stadt der Türme! Zum Glück" fährt er fort "haben sich deren Beziehungen normalisiert. Es gibt diplomatische Vertretungen." -

"Ah!" macht Globb "dann ist Botschafter Caimbeul Har'lea'quinn sicher von einer dieser Gebiete entsandt" - "Genau" macht Xono "von Sereatha - zumindest geht das aus diesen Notizen hervor. Der T'Skrang ist wohl nicht sehr interessiert in politischer Kunde, das hier ist voller Schreibfehler ... ich werde sie mal mit dem hier vergleichen."

Xono zieht ein Pergament hervor, auf dem eine Landkarte und verschiedene Organigramme eingezeichnet sind.

Noch lange brüten die beiden Obsidianer über Papierrollen und Folianten, ehe sie - Globb in seine beiden roten Schals gehüllt - einschlafen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Reisebericht - Zweiter Teil
BeitragVerfasst: Do 12. Jun 2008, 13:25 
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Teil 2:

Mhhhm. Diese Erleichterung. Grinsend sitzt der Lord der Pein am Tisch in der Messe und lässt sich Trollpiratenschnaps in die Kehle rinnen.
"Gar kein lieblicher Elfischer heute?" zischelt der einzige mit einer gespalltenen Zunge im Raum.
"Nein! Nie, nie wieder!" erwiedert der Klingenlord.
"Aber hasst du nicht grad gestern...?"
"Ruhe jetzt ich rede!
- Also wie war das noch? Genau ich wollte berichten wie ich unter meinem Bett diese Öffnung in die Finstere Welt von Durugh Ma Ia entdeckte, als-"
Wieder fällt der Echsenlümmel unangenehm ins Wort: "Ist Durugh Ma Ia nicht der Schnaps, den du vor drei Tagen gallonenweise in deinen Rachen gekippt hast?"
Verärgertes Stirnrunzeln beim Lord. "Da würd ich mich doch dran erinnern! Hör mir mal zu, Kumpan, entweder erzähl ich jetzt die Geschichte, wie ich den Finsteren Dämonenkaiser unter meinem Bett besiegt habe, oder ich schweige auf immerdar!"
Ohne die kleinste Pause oder auch nur den Hauch Bedauerns krächst es da: "Na gut, ich kenn die Geschichte von Alachiat ja eh schon."
"Schließ dein Schnebelwerk, nichtsnutziger Papagei!" Kurzes innehalten und abwegen von Seiten des Königs der Geschichten.
"Die Alachen Geschichte ist natürlich auch nicht so schlecht."
Erhaben in die Runde Blickend wendet sich der größte aller Barden würdigerem Publikum zu und berichtet den gebannt lauschenden Luftseglern:
"Ich hatte also meine Späher ausgeschickt um diesen kleinen Flecken nahe des Blutwaldes in augenschein zu nehmen, während ich die Lage abwog und alle wichtigen Örtlichkeiten inspizierte.
Mit meinen scharfen Augen entdeckte ich bei diesem Rundgang eine kleine unscheinbare Rauchfahne, die weit entfernt am Horizont aufstieg. Diese war, wie mir gleich klar wurde, sehr dicht an besagtem Blutwald, auf den ich später noch näher eingehen werde. Geschickt befragte ich einen der eingeborenen Scouts, der sich aber noch nie so nah an das finstere Gehölz gewagt hatte. Schon allein bei dem Gedanken uns dorthin zu führen schlottertem dem Feigling alle Knochen im Leib.
Mit einigen Mühen konnte ich aber meinen Gefährten ihre Ängst nehmen und sie überzeugen diesen seltsamen Vorfal zu untersuchen.
Wir machten uns also auf den Weg und nach einem langen und gefahrvollen Marsch gelangten wir an den Ort des Interesses. Wir fanden dort eine ausgebrannte Kutsche, in der zwei angekohlte Dornelfenleichen liegen. Ihre Habseligkeiten waren samt und sonders durchwühlt und geplündert. Nur eine alte reich verzierte, magische Schatulle duetete noch auf die genaue Identität der Insassen hin. Es handelte sich um ein Paar, das als Botschafter reisend den Blutwald verlassen hatte.
Warum wurden sie überfallen? Vielleicht, weil sie für ein manipulative, finstere Herrin Ränke in der Welt schmieden wollten? Oder weil sie nichtswürdiges, niedristes Gewürm sind, das alleine den Tod unter den Stiefeln echter Elfen verdient hat? Natürlich könnten sie auch einfach rückgradlose Schergen sein, die blind allem folgen, was sich ihnen anbiedert. Was natürlich auch dazu führen würde, dass man sie am besten schnellst möglich von ihrer finsteren Existenz befreit.
Über all diese Fragen weiß ich nichts und bin völlig neutral, aber wir alle sollte uns fragen, wie wir den Moment erkennen, an dem wir unsere Klingen zücken müssen und alles finstere was sich uns in den Weg stellt dahinschlachten. Ja es mag sogar soweit gehen, das die dämonische Bedrohung nicht mehr klar zu erkennen ist und wir großflächig zuschlagen müssen, um das Übel aus der Welt zu tilgen, es bis auf das Letzte auszubrennen, jede Erinnerung daran zu tilgen und jedem der auch nur wagt über diese Geschwüre zu reden die Zunge aus dem Leib reißen, auf dass er eines Besseren belehrt werde! IST ES ALSO SOWEIT, DASS WIR DIE FACKELN DER REINHEIT ANSTECKEN UND" Gerade als der Lord mitten in dieser mitreißenden Rede war erhob sich erneut das Krächzen der ungedult.
"Wolltest du nicht berichten, wie wir in den Wald gekommen sind?"
"Was? Wie? Verdammt noch eins, ich sollte die den Schnabel vernähen lassen.
Nun denn.
Was ich sagen wollte ist, dass wir uns alle ab und an gewisse Fragen stellen müssen.
Diese Kutsche nun. Sie war also ausgebrannt und Ururichi fand Hinweise, auf eine Gruppe, die sich als menschliche und orkische Wegelagerer getarnt hatte, über deren wahre Identität wir aber nichts wissen.
Kurz darauf entdeckte ich einige Dornelfen und ihre wiederlichen Pflanzenwesen, die den Ort des Geschehens ebenfalls untersuchen wollten. Ohne umschweife machte ich ihnen klar, das ich mit ihrer Königin reden müsste, um das Vorgefundene aufzuklären und Licht in diese Machenschaften zu bringen.
Wir machten uns also auf in den widernatürlichen Blutwald und mussten das Dornenvolk noch auf ihrem eigenen Boden vor dem Getier, das dass Gehölz unsicher macht, beschützen.
Schließlich gelangten wir denn zum 'Palst' der Königin und meine Gefährten berichteten ihr.
Der Königin darf ich bescheinigen, das sie eine ordentliche Portion Weibsbild ist. Sogar ein heißes Luder, wie man es sich in den langen Nächten einsamer Wanderschaft erträumt. Ich meine du siehst ihre Dornen und weißt, dass das ganze kein Spaziergang wird, kein einfaches einfallen und nehmen, sondern ein stachliger harter Weg der Schmerzen, ein Orgasmus der Pein. Besser als ein ordentliches Gemetzel. Wolllust und Blutrausch in einem. Was kann ein Mann mehr wollen?
Ich sage euch so eine Frau nimmt man wie ein Bestie. Mann balzt um sie, nur noch von Verlangen geleitet. Es geht um die Körpersäfte, egal welche, es geht um fressen und paaren.
Das Aas ließ mich also von seinen Wachen auf ihr Zimmer schleifen, und auch wenn ich den Geifer an euren Mäulern sehe, werde ich jenen Teil der Geschichte überspringen.
Nachdem ich mich also mit der werten Königin vergnügt hatte besaß sie die Frechheit zu behauten ich sei ein durchschnittliches Vergnügen gewesen.
Ich meine jeder hat das recht seine Meinung zu sagen. Auch eine Schlampe von Königin. Und wenn das Stück meint sich, ob Wahrheit oder nicht, so äußern zu müssen, dann kann ich sie im Moment nicht daran hindern. Ich meine aber auch, das ein Schwertmeister es sich selbst schuldig ist jedem, der so über ihn redet, seine Klinge in den Bauch zu rammen. Im Moment wende ich noch den Gedanken in meinem Kopf, wie ich genau mit ihr umgehe. Ich meine jemand, der so viel Schmerzen hat, das er für Dämonen uninteressant ist, stellt doch eine echte Herrausvorderung für Rachephantasien dar."
Nachdem er geendet hatte bestellte er sich mit ruhiger Miene Schnaps und später auch Wein. Ohne Spuren seiner vorigen Aufgewühltheit leerte er ein ums andere Glas, bis er schließlich von seinem Stuhl fiel.

Nachdem der Elf mit dem abgebissenen Ohr eingeschlafen ist - und damit auch kein Wutausbruch mehr zu befürchten -, traut sich endlich einer der Matrosen, dem T'Skrang eine Frage zu stellen.

"Kra'Teong" sagt der Luftsegler "eine tolle Geschichte! Ich bin sicher, dass sie sich so ungefähr oder zumindest annähernd ähnlich abgespielt hat! Wer würde den tapferen Helden, die der Explorer zu Ruhm gereichen und in aller Welt bekanntmachen, schon Schummeln unterstellen! Aber bitte sagt mir, wer dieser Ururichi sein soll?"

"Hm" macht Knirps "den kenne ich auch nicht! Amrit Knochenglut war das mit den Hinweisen. Er hat die Auren der Verstorbenen gesichtet. Wahrscheinlich gibt uns der Herr des Schmerzes fremde Namen, damit der Dämonenkaiser unter seinem Bett uns nichts anzumögen verhat. Der Blutlord beschützt das ganze Schiff vor den unkreatürlichen Säglichkeiten!"

Das geschwollene Reden passt nicht ganz zum Echsenmenschen, aber die Antwort befriedigt die Matrosen, die kurz darauf zu einem unruhigen Schlaf aufbrechen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Reisebericht - Zweiter Teil
BeitragVerfasst: Do 12. Jun 2008, 13:26 
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Alle suchen nach...nach....nach... Evelyn!

Kniiiiirps? Kannst du nicht mal kurz erzählen, was da nun... was? Ach, du suchst nach Evelyn...
Bajushi?... Schon wech... sucht vermutlich auch nach Evelyn...
Tack, alter trollischer Baumstammverschießer, wie geht's?! Achso, Evelyn...
Nun, dann muss wohl ich wohl erzählen, was sich in dem kleinen beschaulichen Fischer- und Hafenstädtchen abgespielt hat... aber hab grad keine Zeit...
*aufsteht, zur Tür geht und mit tiefer Stimme ruft*
"Eeeeveeeeelyyyyn?!"....

"Klar, mach ich gerne" sagt Knirps, sich umblickend "also ihr habt da einen Elfen auf die Explorer geschleppt, den ihr nach irgendeinem Kristall befragt hat. Nur mit Mühe konnte ich sein Wort der Macht brechen - dieses üble, geiergesichtige Spitzohr war Questor der kranken Passion DIS." Knirps guckte unter Globbs Tisch nach, ob sich dort Evelyn verbarg, während er weiterredete: "Übrigens das Windlingskind ist jetzt in Sicherheit. Trotzdem sollten wir diese Geschichte für uns behalten. Immerhin können wir ja damit angeben, diesen hässlichen, mit einer abstoßenden Visage versehenen Elfen bei den Sicherheitsorganen abgeliefert zu haben." Er ging weg. .... vielleicht in den Lagern? ...

*Globb kuckt nochmal kurz in die Schiffsmesse*
Was kuckt ihr so blöd?... Ach so, ihr wisst ja immer noch nicht, warum wir Evelyn... also da unten in diesem Hafenstädtchen... *Suel läuft vorbei und drückt Globb ein Päckchen in die Hand*... Dioss, schon wieder fischiger Gewürzkuchen vom Magistraten... Suel, wirf das weg und richte dem Magistraten aus, ich bin ihm für sein ehrerbietendes Geschenk auf's äußerste dankbar und sein Forellen-Gewürzkuchen ist der einzige und beste in ganz Barsaive!
So... also... da war diese Kneipe, in der wir Tack diesen netten trollischen Bogenschützen kennengelernt hatten... und da kam plötzlich ein T'Skrang zur Tür rein und drückte Lord Niam einen vertraulichen Brief in die Hand... und dann war da dieser Troll, der den T'Skrang verhauen hat, weil der ihm angeblich was gestohlen hat... und dann lagen beide tot in der Gasse (ein paar Stunden später)... und dann fanden wir beim toten Troll einen kristallnen Stein, so einen magischen iPodacus, und darauf war der 2.Teil eines Tagebuchs, auf dem ein T'Skrang-König über den erfolglosen Versuch berichtet hat, zusammen mit ein paar Kriegern ein Kaer auszuräumen... aber die wichtigen Infos waren auf dem ersten Teil des Tagebuchs, also mussten wir noch so einen iPodacus finden.

Als nächstes wurden wir gewahr, dass unser einzigartiger "Lord" Niam einen Doppelgänger zu haben scheint und dass aus Versehen der T'Skrang nicht seinem doppelgängerischen Original den Brief übergeben hat, sondern aus Versehen der größten Saufplautze Throals... auch wurde schnell klar, dass der T'Skrang wohl von dem Doppelgänger ermordet, besser gesagt, getötet und aufgeknüpft wurde... und wir haben theranische Abzeichen beim T'Skrang gefunden...

Nun, wir konnten den Doppelgäner ausfindig machen und auf dem Schiff verhören, aber er hatten den ersten Teil des Tagebuchs nicht... wir erfuhren aber endlich, dass es in den letzten Tagen einen "fremden Dieb" in der Stadt gibt... und so kam Bajushi - eher zufällig natürlich - auf die Idee, dass...

Eeeeeeeevelyn?!?! So, ich muss dann mal wieder... entschuldigt meinen mangelnden Pathos, aber wir müssen jetzt wirklich... könnte mir jemand von euch helfen, diese schwere Luke dort zu öffnen? Vielleicht ist sie ja... Eeeevelyn?!?!

"Ich ... rieche .... Forellengewürzkuchen! SUEL! Was machst du da!" Kaum dass Knirps sieht, dass Suel den besten Fischgewürzkuchen Barsaives über die Reling geworfen hat, hechtet er auch schon hinterher und fängt ihn im Flug auf. Die Landung ist etwas unsanft, da der T'Skrang sich bemüht, der Delikatesse keinen Schaden zuzufügen, aber zum Glück hat das Luftschiff noch nicht abgelegt, so dass Knirps sich mit seiner Beute problemlos in seine Kammer zurückziehen kann. Die Matrosen gucken zwar etwas seltsam, dass Knirps nicht zu Tode gestürzt ist, aber sie gucken überhaupt öfter mal seltsam - beispielsweise, wenn Globb das Deck schrubbt.
"So, weiter geht's mit der Suche nach Evely" macht Knirps, nicht ohne vorher Suel kräftig auszuschelten: denn erstens geht man so nicht mit Lebensmitteln um , und zweitens nicht mit deliziösen Spezialitäten. "Warum ist Evelyn eigentlich verschwunden? Was kann der Grund dafür sein?"

"Was, bei den wahnsinnigen Passionen, macht ihr hier für einen Aufruhr?" Evelyn sieht von einem zum anderen. "Bist du meine Mama, Knirps, das ich dir immer sagen muß, wo ich mich gerade aufhalte? Was wollt ihr von mir?"

Öhem... äh... Evelyn... da bist du ja... schön dich zu sehen... ähem... sag, wann hören wir uns den ersten Teil der Tagebuch-Aufzeichnungen zusammen an?...

"Sperr die Lauscher auf."

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